Kloster Triefenstein

Carla bei der Arbeit in der Küche

Carla bei der Arbeit in der Küche

Helfereinsatz in Triefenstein

Gespräche mit den Brüdern, in der Küche mitschnippeln, am Stundengebet teilnehmen, in der Hauswirtschaft helfen, Austausch mit der Weggemeinschaft und gastgebenden Christusträgern, Abendmahl feiern – all das und mehr durfte ich als Helferin im Kloster Triefenstein erleben. Carla Hammer (20) berichtet von ihrem Einsatz im Kloster Triefenstein:

Eingang in den Barockgarten

Eingang in den Barockgarten

Das Kloster im Winter

Im Februar reiste ich mit dem Zug nach Triefenstein, um dort als Helferin für zwei Wochen mit zu leben. Das Kloster war mir durch eine Gemeindefreizeit von früher bekannt, und Neugierde sowie der Wunsch nach etwas Anderen führten mich zurück an diesen Ort.

Obwohl die Gemeinschaft des Klosters natürlich von ihren Mitgliedern geprägt wird, ist es doch nennenswert wie wunderschön das Kloster am Main liegt und wie das Gebäude an sich einfach inspirierend ist. Die Umgebung erinnert schnell an eine Märchenlandschaft – und das, obwohl ich Triefenstein im Winter besuchte. Man kommt auf andere Gedanken und fühlt sich bereits an den Toren des Geländes ein Stückchen freier.  

In den ersten Tagen genieße ich vor allem die praktische Arbeit. Nach einer längeren Zeit am Schreibtisch gehe ich nun abends mit einem guten und körperlich müden Gefühl ins Bett. In der Arbeit bekomme ich diverse Einblicke in das Leben im Kloster. Es ist ein unglaubliches Team das mir in Küche, Hauswirtschaft und Haustechnik begegnet. In einem freundlichen Umgang miteinander scheinen alle aufeinander abgestimmt zu sein. Es ist für mich die reinste Freude unter ihnen zu arbeiten, zu lernen und mit leben zu dürfen.

Ein Teil der Hausgemeinschaft

Ein Teil der Hausgemeinschaft

Das Miteinander im Kloster

Auch die Lebendigkeit dieser Gemeinschaft fällt mir auf. Nächstenliebe bekommt innerhalb dieser Klostermauern ein Gesicht. Mir fallen viele Dinge auf, die an anderen Orten alles andere als selbstverständlich sind: der Umgang untereinander, die sich entgegengebrachte Wertschätzung, die Zeit die sich genommen wird um einfach mal zuzuhören. Es sind viele Generationen vertreten und genauso vielfältig sind die Lebensgeschichten jedes einzelnen Mitglieds. Die Brüder erlebe ich interessiert; sie sind neugierig und umgekehrt erzählen sie aus ihren eigenen Leben, von Missionsarbeit in Afghanistan und im Kongo, von den langen Arbeiten, um das Kloster in den achtziger Jahren zu renovieren. Ich werde demütig in der Bewunderung über die großen Taten von denen so manch einer am Esstisch Teil war. Das Kloster Triefenstein erlebe ich als einen Ort, der spürbar Halt gibt. Eingebunden in den täglichen Rhythmus von Gebet und Arbeit, dazwischen und währenddessen inspirierende Gespräche mit den dort Lebenden, finde ich Ruhe und kann mich neu ausrichten. Die Gedanken im Karussell fahren langsamer und halten schließlich an. Das echte Leben ist mehr, stelle ich fest – das Leben in dem man einen Beitrag zu etwas leistet, das größer ist als man selbst.   

Die Kellerkappelle, ein Ort des Gebetes

Die Kellerkappelle, ein Ort des Gebetes

Die Gebetszeiten

Vor allem die Kirche und die Kellerkapelle bleiben mir noch lange in den Gedanken. Es sind Orte, die mich beeindrucken und an denen Tageszeitengebete, und einmal die Woche auch Abendmahl stattfinden. Das Wort Ehrfurcht bekommt für mich eine neue Bedeutung. In der Kirche lenkt eindrucksvolle Kunst den Blick nach oben. Und in der Kellerkapelle ist die Aufmerksamkeit auf die Gemeinschaft gerichtet – und im Herz dieser Gemeinschaft auf Christus. 

Die Stundengebete, so stelle ich fest, halten „geistliche Feuer“ am Brennen. Manchmal fühlt es sich an wie eine unpraktische Unterbrechung. Doch ich lerne schnell, dass diese Art von Gebet einem kontinuierlich hilft, den inneren Blick neu auf Gott auszurichten. 

Im Kloster erlebte ich mal einen ganz anderen Lebensstil. Durch praktische Arbeit wurden meine Gedanken zurück auf Wesentliches gerichtet. Die Schönheit des Ortes selbst inspirierte mich und neue Ideen blühten in mir auf. Und die Menschen, denen ich dort begegnen durfte haben mir neuen Mut gegeben. Sie sind zu Vorbildern geworden, weil man Christus unter ihnen sehen kann: Christus tragen – von Christus getragen.

— Carla Hammer, 03.03.26

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