Kloster Triefenstein

Tag des offenen Denkmals

Das Kloster erkunden, nebenbei eine Waffel genießen und gemeinsam Gottesdienst feiern: am Tag des offenen Denkmals schlenderten ca. 500 Besucher und Besucherinnen durchs Kloster Triefenstein. Anna Maria Gerlach berichtet.



Gegen 11 Uhr komme ich gerade die Treppe vom Parkplatz herunter und sehe mich um: Vor der Kirche sammelt sich gerade eine Traube Menschen – sie möchten gleich eine Klosterführung beginnen. In der Kirche erläutert Br. Christian gerade, was auf den Deckengemälden zu sehen ist. Ich mache mich auf den Weg durchs Haus und sauge die Atmosphäre ein. Hier und da wird fröhlich geplaudert. Andere schlendern gemütlich durch die Gänge und sehen sich um. In der Cafeteria duftet es herrlich süß nach frischen Waffeln mit Puderzucker oder ganz anderen ungewöhnlichen Toppings, wie z. B. Keks-Krümeln mit Sahne.

Bei einem Rundweg durch den Westflügel

Bereits seit 10 Uhr trudelten immer wieder neue Gäste ins Kloster und sahen sich um. Auf einem Rundweg konnten die Besucher die Geschichte des Gebäudes und der darin lebenden Gemeinschaft der Christusträger entdecken. Er begann in der Kirche und führte durchs Hauptgebäude in den Westflügel – den noch nicht renovierten Teil der Anlage. Normalerweise ist er weder für Übernachtungsgäste noch für Tagesbesucher öffentlich zugänglich. Von dort ging es zum Schluss in den großen Innenhof, wo einige Stellwände auf die Gäste warteten. Daran wurden Fotos aus dem Kloster präsentiert: Klappte man sie nach oben, sah man ein Foto desselben Orts im Kloster aus der Zeit der Renovierung vor 40 Jahren.



Tanzperformance in der Kirche

Wer nach der Kirchenführung in der Kirche blieb, konnte wenig später eine Tanzperformance in der und um die Kirche erleben: Unter der Anleitung von Miriam Spiel, Schauspielerin und Tanzpädagogin, hatten sich sechs Frauen an diesem Wochenende mit dem alten Kloster beschäftigt. Ihren Erfahrungen verliehen sie in tänzerischen Bewegungen Ausdruck, die sie nun den Besuchern des Denkmaltages präsentierten. Dabei lockten die Tänzerinnen sie erst in die Kirche, dann in den kleinen und von dort in den großen Innenhof.

Interaktiver Gottesdienst für Groß und Klein

Später konnte man in der Kirche außerdem einen besonderen Gottesdienst mitfeiern: Fröhliche Kinderlieder luden zum Tanzen in den Kirchenbänken ein. Matthias Reinbold, Mitglied der Christusträger Weggemeinschaft, hielt anschließend eine Predigt, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene spannend zu beobachten war. – Ja, zu beobachten! Denn während er vom Leben der Christusträger im Kloster berichtete und davon, welche Rolle Jesus in ihrem Leben spielt, jonglierte er mit bis zu fünf Bällen gleichzeitig. Die durch die Luft tanzenden und vom Boden zurück in seine Hand hüpfenden Bälle veranschaulichten eindrucksvoll seine Worte.

Es blieb nicht nur bei dieser Jonglage-Predigt: Um das Lebensmotto der Christusträger erfahrbar zu machen, sollten sich später alle Gottesdienstbesucher im Mittelgang aufstellen. Sie hielten sich jeweils gegenüber fest an den Unterarmen, sodass Kinder über die Arme von vorne nach hinten gelangen konnten. Dabei wurde spürbar, was es heißt zu tragen bzw. getragen zu werden. Denn das ist der Herzschlag der Christusträger: Von Christus getragen – Christus tragen.

Dankbar für einen entspannten und doch lebendigen Tag

Am Abend um 19 Uhr schlossen sich nach dem Abendgebet die Klostertore wieder. Insgesamt freuen wir uns über das beschauliche Treiben am Tag des offenen Denkmals. Es waren etwa 500 Menschen im Kloster zu Besuch, etwa 250 Waffeln wurden verspeist und es gab Führungen, die mit zwei Personen starteten und mit zwanzig Personen endeten.

— Anna Maria Gerlach, 18.09.26

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